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Die "Blaue Distel" (Thistlegorm) ist derzeit wohl das bekannteste Wrack des Roten Meeres.
Das DiveIN Team in Dahab begleitet Sie gerne im Rahmen einer Tages-Bootstour oder einer Bootssafari beim Besuch dieses legendären und gigantischen Schiffes.
An dieser Stelle möchten wir Ihnen vorab die wichtigsten Infos zum Wrack, zur Geschichte, zum Untergang und zum Tauchplatz der "Thistlegorm" geben.
Das Schiff - die Thistlegorm war ein Frachtschiff und ist am 9. April 1940 in Schottland vom Stapel gelaufen.
Techn. Daten: Länge 126,5 m, Breite 17,7 m, Verdrängung 4.898 BRT, Leistung 1.850 PS mit 10,5 Knoten, Besatzung 49
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Um sich vor angreifenden Flugzeugen zu schützen, wurden die Aufbauten mit Betonplatten verstärkt.
Die Thistlegorm war am Heck mit einer Kanone u. einem Maschinengewehr, beides Überbleibsel des 1. Weltkrieges, bestückt.
Die Ladung - Ihre Ladung, die das Schiff in Glasgow aufgenommen hatte, war für die britischen Truppen in Aegypten bestimmt.
Sie hatte kriegswichtige Güter geladen und so verstaute man unter Deck
neben kleinen Schützenpanzern auch Lastkraftwagen, Motorräder inkl.
hunderte Ersatzreifen, Anhänger mit Generatoren, Flugzeugmotoren und
-tragflächen als Ersatz für die Air Force, Treibstoff- und Wassbehälter
sowie Gummistiefel.
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Zudem musste natürlich auch der Waffen- und Munitionsnachschub
gewährleistet werden und so hatte die Thistlegorm auch Karabiner,
Munitionskisten, Minen, Gewehrgranaten, Zünder und die Schiffsmunition
geladen. Auf dem Oberdeck wurden zwei Dampflokomotiven vom Typ "Stanier
8 F" inkl. Kohle- und Wasserwagons festgezurrt. Britische "Universal
Carrier MK II" Schützenpanzer wurden mittschiffs verstaut. Die Geschichte - der spezielle Auftrag der SS Thistlegorm auf ihrer 4. Reise lautete, in einem Geleitzug von insgesamt 16 Schiffen den Nachschub für die britischen Einheiten sicherzustellen.
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Die Flotte wurde vom Kreuzer "HMS Carlisle" geschützt. Der Name dieser Mission war "Operation Crusader". Ziel war dabei der Hafen von Tawfiq am Ende des Suezkanals. Die Thistlegorm unter Kommando von Kapitän Ellis verließ im August 1941 den Hafen von Glasgow und erreichte ohne Probleme den ersten Zwischenstopp Kapstadt und anschließend den Eingang zum Golf von Suez. Die 12’000 Seemeilen lange Reise über den Atlantik war um einiges sicherer, als der achtmal kürzere Weg durch das Mittelmeer.
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Der Untergang - Zwei deutsche Bomber vom Typ HE- 111 bemerkten den britischen Konvoi an der Westküste des Sinai beim Sha’Ali auf seiner Fahrt Richtung Suez Kanal.
Eigentlich waren sie auf der Suche nach dem Transporter "Queen Mary" mit australischen Truppen an Bord. Einer der Bomber visierte umgehend ein Schiff aus dem Konvoi an - die Thistlegorm.
Es war 1:30 Uhr nachts, als das Flugzeug gehört wurde. Zu dieser Zeit lag natürlich ein Grossteil der Besatzung tief schlafend in den Kojen.
Die angreiffende Heinkel klinkte zwei Bomben aus, welche mittschiffs ein riesiges Loch in die Bordwand rissen. Die Treffer lagen genau hinter der Brücke bei den auf Deck befestigten Lokomotiven.
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Augenzeugen von der "HMS Carlisle"
berichteten, dass die unter Dampf stehenden Kessel sofort
explodierten und knapp 10 Minuten später auch die gelagerte Munition
und die Leuchtpatronen wie ein Feuerwerk in die Luft gingen. Eine der
Lokomotiven flog rotglühend in enormem Funkenregen auf den Kreuzer zu,
versank dann aber im Meer. Knapp 10 Minuten nach der
ersten Erschütterung wurde die Thistlegorm von einer weiteren
Detonation erschüttert, die das Heck vom Rumpf trennte und Schiffsteile
bis auf die naheliegenden Schiffen schleuderte. Man geht davon aus,
dass die geladenen Minen, die Torpedos und die schwere Munition in der
grossen Hitze explodierten. Dann klappte die Thistlegorm wie ein
Schweizer Taschenmesser zusammen und versank.
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Die Thistlegorm heute - Erleben Sie sie mit dem DiveIN Team
Erst in den fünfziger Jahren stiess Custeau per Zufall auf das Wrack der Thistlegorm.
Danach blieb das Wrack 35 Jahre unangetastet. 1991 schliesslich fand es eine Gruppe Taucher bei einer gut geplanten Suchaktion.
Die minimalste Tauchtiefe ist am Bug des Wracks auf 17 Metern. Die maximale Tiefe von 30 Metern erreicht man bei der Schiffsschraube.
Abgetaucht wird immer an einer Ankerleine, welche vom Diveguide am Bug der Thistlegorm befestigt wird.
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Normalerweise muss mit mässiger, teilweise
aber auch mit starker Strömung gerechnet werden. Die Sicht lässt meist
zu Wünschen übrig und liegt im Schnitt zwischen 10 und 15 Metern.
Eigentlich hat man nur auf einer Tauchsafari die Gelegenheit, die
Thistlegorm in den frühen Morgenstunden bei guten Sichtverhältnissen zu
betauchen. Von vorne bietet die Thistlegorm einen gespenstischen, ja geradezu gigantischen Anblick. Der riesige Anker auf der Backbordseite ist immer noch hochgezogen, der Steuerbordanker hat sich beim Untergang losgerissen und liegt nun vor dem Wrack auf Grund. Auf dem Deck des Vorschiffs ist vieles noch intakt, so zum Beispiel die grosse Ankerwinde, die Befestigungsklampen oder die Ankerketten. Teilweise haben sich Weichkorallen und Schwämmen angesiedelt.
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Taucht man über das Vorschiff so kommt man
zunächst an den Vorschiff-Kajüten vorbei, welche druchtaucht werden
können. Anschließend folgen die zwei geöffneten Laderäume des
Vorschiffs, von den Luken ist weit und breit nichts zu sehen.
Links und
rechts sind auf dem Oberdeck noch die beiden Kesselwagons, welche wie
Getränkedosen eingedrückt sind.
Einer davon hängt
bedrohlich über dem ersten Laderaum. Er hat sich verschoben, als das
Oberdeck durch die Explosionen eingeknickt ist.
Dabei ist auch das
erste Zwischendeck eingestürzt und die Lademaste sind umgeknickt.
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Die
Ladebäume liegen nun kreuz und quer über dem ersten Laderaum. Auf der
rechten Seite sind die Öffnungen gross genug um sicher hineinzutauchen. Hier gehts über die mit vielen Motorrädern beladenen LKWs. Leider sind
die meisten Bestandteile der Fahrzuge wie Lampen, Sitze und Lenker von
den vielen tausend Souveniertauchern, die in den neunziger Jahren hier
waren, abgeschraubt worden. Erstaunlich ist, dass sämtliche Reifen der
Motorräder und Lastwagen auch nach 60 Jahren noch voll aufgepumpt und
quasi neuwerting sind. Im unteren Laderaum befinden sich Reifen,
Generatoren und 303 Enfield-Karabiner, welche zu festen Metalklumpen
zusammengerostet sind. Im hinteren Teil des 1. Laderaumes liegen
hunderte Gummistiefel, welche aufgrund der enormen Schuhgrößen
vermutlich für Gasschutzanzüge verwendet wurden.
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Beim 2. Laderaum kann man auf die Backbordseite tauchen wo einige Ford WOT2A vor sich hinrosten. Anschließend geht's durch mit Glasfischen gefüllte Räume im hinteren Bereich des Vorschiffs wieder auf Deck zum Mittschiff mit ehemaliger Brücke und den Aufbauten. Auf beiden Seiten der Thistlegorm sind nahe der Bordwand große bombenförmige Minenzerstörgeräte und scheinbar intakte dreiachsige Schlepptender verankert. Die Aufbauten reichen bis auf 17 Meter, ein Mast ist auf die linke Seite geknickt und schön bewachsen. Eindrücksvoll ist auch der Kapitäns-Waschraum, welcher bereits beachtlich mit Sediment gefüllt ist. In der Badewanne sollen sich Röhrenwürmer eingenistet haben. An den Eisenträgern wachsen Weichkorallen. Von der Kajüte kann man durch relativ enge Durchgänge in die mittleren Unterdecks tauchen.
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Taucht man weiter Richtung Heck über die
Überreste des Schornsteins, nimmt man plötzlich die enorme Wucht der
2.000 Kilo Bombe war. Alles ist komplett zerfetzt, die dicken Bordwände
komplett verbogen.
Ein Bild des Grauens, nichts ist heil geblieben. Ein
riesiges Loch klafft zwischen dem vorderen und hinteren Teil der
Thistlegorm. Hier liegen Munitionskisten, Granatzünder, grosskalibrige
Geschosse und zerfetzte Fahrzeugchassis.
Auch ein paar grosse Granaten
und acht englische Grundminen mit 400 Kilogramm Sprengkraft sind trotz
der Hitze nicht explodiert und liegen in dem Schrottberg. Nebst den beiden Lokomotiven wurden auch drei Schützenpanzer bei der Explosion weggeschleudert und liegen nun rund um den zerstörten Bereich auf dem Sandgrund. Die stark beschädigten Lokomotiven liegen weiter entfernt.
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Taucht man weiter so kommt man zum den
Heck der Thistlegorm, welches in einer Backbord-Schräglage von 50 Grad
auf Grund liegt. Im Heckbereich waren die Kabinen der Schiffsmannschaft
und die Waschräume, wovon einige betaucht werden können. Die Räüme geben jedoch nicht viel her, da sind die Laderäme auf dem
Vorschiff einiges attraktiver.
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Dafür sind die Aufbauten auf dem Heck
umso interessanter. Zwischen verbogenen Metallplatten kommt man zum
Achterdeck. Im Bereich des Unterdecks ist die Reeling noch mehr oder weniger vorhanden und mit Prachtkorallen bewachsen.
Das Ruder und die grosse Schraube sind ebenfalls noch an ihrem angestammten Platz.
Hier ist das Zuhause einiger großer Zackenbarsche. Rund um das Heck verstreut liegen die Hülsen von Artilleriegechossen und daneben die spaghettiförmigen Treibla- dungen der Geschosse.
Auf dem Oberdeck sind die Flugabwehrkanone und das starke Maschinengewehr noch vorhanden.
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Stumme Zeugen des zweiten
Weltkriegs. Die Thistlegorm ist eines der interessantesten und größten
Schiffe, dass man im Roten Meer betauchen kann. Das Wrack ist trotz der
Tiefe und den Strömungen einfach zu betauchen. Genießen Sie mit uns im
DiveIN Divecenter Dahab dieses einzigartige Erlebnis im Rahmen einer
Tages- Bootstour oder einer mehrtägigen Tauch-Safari.
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